| Bergmännisches Brauchtum |
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Gehört auch der Bergbau im Erzgebirge überwiegend der Vergangenheit an, so wird doch allerorts stolz das bergmännische Brauchtum gepflegt! Auch im Sommer, jedoch vorwiegend in der Vorweihnachtszeit, halten Hütten- und Knappschaftsvereine Bergparaden ab. Sieht man die Teilnehmer der Bergmannskapellen und die Trachtenträger, die zu den Paraden in Ihrem prächtigen Festtagshabit erscheinen, wärmt das sogar die Herzen der Einheimischen jedes mal auf´s Neue. Vor Weihnachten finden an vielen Orten die "Mettenschichten" statt. Traditionell unter den ehemaligen einheimischen Bergleuten oder auch für Gäste aus ganz Deutschland, die dann in den Huthäusern oder untertage in Besucherbergwerken dieses traditionelle Fest begehen. Die "Mettenschicht" ist ein alter Brauch und bezeichnet die letzte eingefahrene Schicht vor Weihnachten, bei der der Steiger die Schicht vorzeitig mit einem Klopfzeichen beendete. Bei dieser letzten Schicht vor Weihnachten haben die Bergleute bei der Ausfahrt ihre leuchtenden Grubenlampen über dem Stolleneingang abgestellt - so entstand der Schwibbogen in seiner traditionellen Form. Erleben Sie das "Weihnachtsland Erzgebirge" dessen Ursprung im Mittelalter liegt, als hier tausende Bergleute nach Erzen suchten und den damaligen Reichtum Sachsen begründeten. Die Dunkelheit des Schachtes, in der sie sich täglich Entbehrungen und Gefahren aussetzten, ließ das Licht zum wichtigsten Gut werden. Es bedeutete nicht nur Wärme und Sicherheit sondern auch Leben und Hoffnung, besonders im Winter, wenn die Tage kürzer und kälter wurden. Die Verbindung zwischen Christi Geburt an Weihnachten und dem Leben der Bergleute im Erzgebirge war stark und blieb bis heute lebendig. Auf Bergbaulehrpfaden, in Museen und vor allem in den zahlreichen Besucherbergwerken in den Bergstädten können Sie auf vielfältige Weise Geschichte erleben. Lassen auch Sie sich von der Montanregion Erzgebirge faszinieren! Auszug der Besucherbergwerke in unserer Nähe: Markus Röhling Stolln im OT Frohnau (Annaberg-Buchholz) Mit der Grubenbahn fahren Sie 650 m horizontal in den Berg ein und erfahren Interessantes über Silber-, Kobalt- und Uranbergbau. Attraktion ist das 9m hohe Wasserrad untertage. Übertage erwartet Sie eine umfangreiche Technik-, Bergbau- und Mineralienausstellung. Es kann sogar untertage geheiratet werden. Besucherbergwerk "Im Gößner" in Annaberg-Buchholz Das Bergwerk befindet sich im Hof des Erzgebirgsmuseums, gegenüber der St. Annenkirche und wurde 1995 durch Zufall entdeckt. Hier ist Klettern angesagt, denn es geht auf der Reise in die Geschichte vertikal in den Berg und über ein Leitersystem wieder ans Tageslicht. Die Form der alten Stolln, Nischen für das Geleucht und Schlegelspurenzeigen Ihnen, dass Sie sich in einem 500 Jahre alten und unberührten Silberbergbau befinden. Sehenswert! Dorothea Stollen im OT Cunersdorf (Annaberg-Buchholz) Der Dorothea Stolln ist der noch befahrbare Zugang zum Grubenrevier "Himmlisch Heer" bei Annaberg. Die Grube hat ein Streckennetz von über 50 km. Zu sehen sind vor allem der Altbergbau und Bergbau bis in die Neuzeit. Die Bootsfahrt untertage ist ein Erlebnis für Jung und Alt. Zinngrube in Ehrenfriedersdorf Die Exkursion durch die Untertageanlage eines der ältesten Bergwerke Europas beginnt mit der Seilfahrt über den "Sauberger Haupt- und Richtschacht" bis in 100m Tiefe. Auf einem Fußweg von ca. 1,3 km und einer Grubenfahrt erleben Sie historischen und modernen Bergbau. Im Heilstolln herrscht bei 8°C und fast völlig staub- allergiefreier Atemluft ein Klima, das zur Behandlung von Asthma und Bronchitis bestens geeignet ist. Zinnkammern Pöhla Eine längere (ca. 3h gesamt) aber sehr spannenden Führung! Sie fahren 3000m in den Berg und werden in die "Geheimnisse" des Wismutbergbaus eingeweiht. Die Eindrücke, die die größten Zinnkammern Europas hinterlassen, sind einzigartig. Neben den Führungen mit erfahrenen Bergleuten finden zahlreiche Konzerte und Veranstaltungen aufgrund der ausgezeichneten Akustik in dem "unterirdischen Konzertsaal" statt.
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